Rathaus Osnabrück
Das Osnabrücker Rathaus zählt zweifellos zu den bekanntesten historischen Gebäuden Osnabrücks. Im 15. / 16. Jahrhundert wurde es im spätgotischen Stil erbaut und beanspruchte 25 Jahre Bauzeit (Baubeginn 1487, Bauende 1512) bis zur Fertigstellung. Grund dafür waren laut Quellenangaben viele Bauunterbrechungen.
Die größte geschichtliche Bedeutung erlangte das Osnabrücker Rathaus durch die Friedensverhandlungen im Dreißgjährigen Krieg (1618 – 1648), der mit dem "Westfälischen Frieden" in den Rathäusern Osnabrück und Münster beendet wurde.
Auffällig sind im Friedenssaal die 42 Porträtgemälde der "Pazifikatores" (die europäischen Gesandten des Friedenskongresses) und den Herrschern der damaligen Zeit. In der Schatzkammer findet man einige Kostbarkeiten wie das Ratssilber, Münzen, Prägestempel und Urkunden. Die kostbarsten Stücke der Schatzkammer sind allerdings der Kaiserpokal und die älteste Schützenkette Osnabrücks. Auch eine Nachbildung des Westfälischen Friedensvertrages "Osnabrücker Friedensinstrument" ist hier zu sehen.
Im Obergeschoss des Rathauses befindet sich ein großes Stadtmodell des Osnabrück im Jahre 1633, angefertigt nach einem Stadtplan des Kupferstechers Wenzel Hollar.
Die Aussenfassade des Rathauses beeindruckt mit einem 18 Meter hohen Walmdach, was somit genau so groß ist wie der Rest des Gebäudes. Sechs Türme machen den Charakter einer Festung deutlich welcher durch die Tatsache verstärkt wird, dass sich an der Stelle der heutigen Steintreppe bis 1845 eine Holztreppe befand die bei Gefahr eingezogen werden konnte.
An der Vorderansicht des Rathauses beeindrucken imposante Figuren, wobei die Figur von Karl des Großen (Gründer des Bistums Osnabrück um 780) über der Eingangstür im Mittelpunkt steht.